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Naturerlebnis Tierbeobachtung


Eine Entspannung der besonderen Art ist das Beobachten von Tieren in der freien Natur.  Die Karneralm ist ein großer atemberaubender Freiluftzoo. Hier erlebst Du wilde Tiere in ihrem ureigenem Lebensraum. Diese Tiere haben jederzeit die Möglichkeit, die Entfernung zwischen sich und dem Menschen zu vergrößern oder ganz zu verschwinden. Vielleicht tauchen sie erst gar nicht auf. Über die Jahrhunderte haben Tiere gelernt, von welchem Lebewesen die größte Gefahr ausgeht.

Für die Tierbeobachtung in freier Natur eignen sich besonders Ferngläser mit einer hohen Vergrößerung (z.B. 9x63, 10x50). Aber selbst ohne Fernglas genießt Du bei uns mit etwas Geduld unvergessliche Momente. Entfliehe der alltäglichen Hektik und finde Dank der natürlichen Stille zu Dir selbst.
Ob beim Beobachten aus der Hütte, von der Terrasse oder beim morgendlichen Ansitz in der Weite der Karneralm....

Alle beschriebenen Arten haben wir selbst beobachtet und fotografiert. Wir wollen einerseits informieren aber auch Anregungen geben, wo welche Tierarten bei uns vorkommen.


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Alpenmurmeltier


In der Alpenregion wird das Murmeltier auch Mankei genannt. Die Körperlänge des Murmeltieres beträgt 53-73 cm. Dabei ist der Schwanz 13-16 cm lang. Im Herbst, wenn es sich Winterspeck angefressen hat, ist das Murmeltier 3 – 4 kg schwer. Das Fell ist auf der Bauchseite rötlich braun und auf dem Rücken schwarz braun gefärbt.

Das Murmeltier lebt im Hochgebirge. Es kommt auf Bergwiesen und Geröllfeldern der Alpen und der Karpaten vor und lebt dort in 1000 bis 3000 m Höhe. Das Murmeltier frisst nur Pflanzen.

Murmeltiere graben einen 2-3 m tiefen Bau (eine Erdhöhle), in dem im Frühjahr 2-4 Junge geboren werden. In dem Bau schlafen sie im Winter 7-9 Monate. Die Murmeltiere leben in großen Familien zusammen. Bei Gefahr, zum Beispiel das Auftauchen eines Adlers, stoßen sie einen lauten Pfiff aus und verschwinden schnell in ihren Bau.

Beobachtungstipp: Murmeltierbauten direkt unterhalb der Karnerhütte, sowie überall auf den grünen Matten der Karneralm, bevorzugt auf den Südhängen.


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Alpenschneehase


Der Alpenschneehase lebt im Bereich von 1300 m bis zur Baumgrenze. Bevorzugt deckungsreiche Lebensräume in der Zwergstrauchzone und in alpinen Grasheiden. Nahrung: Zwergsträucher (Heidelbeere, Besenheide), Gräser, im Winter auch Fichten- und Weidenteile. Nachtaktiv. Tellerartige Hinterfüße erleichtern Fortbewegung im Schnee. Luftgefüllte Haare des Winterfells dienen als Kälteschutz.

Im Sommer braunes Fell und weißer Schwanz; im Winter weiß mit schwarzen Ohrenspitzen. 2-3 Würfe von April bis August, 2-5 Junge. Schneehasen sind Einzelgänger, Weibchen und Männchen treffen einander nur zur Paarung.

Beobachtungstipp: regelmäßig auf unseren Grundstücken unterwegs, sitzt gerne unter dem Balkon der Almrauschhütte.
Der Lieblingsplatz sind aber eindeutig unsere Holzschuppen - also bitte nicht erschrecken. Im August 2012 konnten wir nachts mehrere Jungtiere zwischen den Hütten beobachten. Wenige Tage später ist den Gästen der Zirbelhütte ein wunderschönes Beweisfoto direkt vor dem Holzschuppengatter gelungen. Lieben Dank an Fotografin Conny.

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Alpenschneehuhn


Alpenschneehühner sind 34–40 cm groß, die Flügelspannweite beträgt 54–60 cm und die Tiere werden 400–550 g schwer. Die Hähne mausern sich vier Mal im Jahr, die Hennen drei Mal und passen sich bei jedem Federkleidwechsel der jeweiligen Umgebung an. Die Tiere verlassen sich auf ihre hervorragende Tarnung. Wenn Wanderer sich nähern, bleiben sie so lange sitzen, bis man fast auf sie tritt, um dann mit lautem Getöse aufzufliegen.

Alpenschneehühner ernähren sich von Knospen, Samen und Beeren, jungen Trieben und Insekten. Das Nest ist eine kaum ausgepolsterte flache Mulde zwischen Steinen oder unter Sträuchern. 3–11 rahmfarbene bis gelblichbraune Eier, mit braunen Flecken, werden 21–23 Tage ausgebrütet. Die Küken gehen als Nestflüchter gleich nach dem Schlüpfen mit der Mutter auf Insektenjagd. Nach zwei Wochen können sie bereits kurze Strecken fliegen.


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Birkenzeisig


Der Birkenzeisig ist etwa 12 bis 14 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 13 bis 17 cm. Das Gewicht beträgt etwa 13 bis 16 Gramm. Die Oberseite ist graubraun gestreift, sein Bauch weiß gefärbt. Der kleine Vogel hat einen karminroten Vorderscheitel und einen undeutlichen weißen Überaugenstreif. Weibchen und Jungvögel haben keine rosarote Brust wie das Männchen. Sein harter Flugruf klingt wie „tschett-tschett-tschett“.

Die Geschlechtsreife tritt nach einem Jahr ein. Das aus Moos, Zweigen, Halmen und Federn erbaute Nest ist meistens auf Astgabeln von Bäumen oder in Sträuchern befestigt. Das Weibchen legt 4 bis 5 Eier. Die Eier werden in der Hauptbrutzeit Mai bis Juli 10 bis 12 Tage vom Weibchen gewärmt. Während der Brutzeit wird das Weibchen vom Männchen mit Futter versorgt. Die Jungvögel werden nach etwa 2 Wochen flügge.


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Ringdrossel


Die Ringdrossel ist der Amsel in Größe und Struktur sehr ähnlich. Das Männchen hat schwarzes Gefieder, eine schwarzschuppige Unterseite mit weißen Rändern und einen sehr auffälligen weißen breiten Bruststreifen. Der untere Schnabelteil des Männchens ist orange. Beim Weibchen geht die Färbung eher in Richtung braun und der Bruststreifen ist hellgrau. Der Körper erreicht eine Größe von etwa 24 bis 26 Zentimetern. Das Jugendgefieder der Jungvögel weist noch keinen Bruststreifen auf, sondern ist gefleckt. Der Gesang klingt wie „tack…tack“ oder „trüh…trüh“.

Die Ringdrossel ernährt sich von Weichtieren, Beeren, Insekten, aber ganz oben auf dem Speiseplan steht der Regenwurm. Das typische Drosselnest wird vom Weibchen recht niedrig auf Nadelbäumen und Büschen aus Zweigen, Halmen, Gras, Wurzel und Moss gebaut. Die vier bis fünf blaugrün und braungefleckten Eier werden zwei Wochen lang in der Brutzeit April bis August gewärmt. Nach 12 bis 14 Tagen werden die Jungvögel flügge.

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Schneefink


Der Schneefink erreicht eine Längevon 16,5 bis 19 Zentimetern und ist damit deutlich größer als der Haussperling. Die Flügel sind weiß, nur die handschwingen und der Daumenfiitcih sind schwarz. Der Schwanz ist weiß mit einer dünnen schwarzen Endbinde, nur die innersten beiden Schwanzfedern sind schwarz. Dadurch entsteht ein kontrastreiches, auffälliges Flugbild, das dem der Schneeammer ähnelt. Die Beine und die Iris sind schwarz. Die Oberseite ist matt erdbraun, der Rumpf ist auf der Unterseite durchgehend weiß. Der Kopf ist grau. Im Sommer sind der Schnabel und die Kehle schwarz. Im Winter ist der dunkle Kehlfleck von hellen Federsäumen verdeckt. Der Schnabel ist im Winter elfenbeinfarben. Weibchen sind etwas blasser gefärbt als die Männchen.

Der Schneefink ernährt sich hauptsächlich von Insekten und Samen. Das Nest wird in Spalten oder Nagetierbauten errichtet. Das Gelege besteht aus vier bis fünf Eiern, die Brutzeit beträgt etwa zwei Wochen. Beide Eltern kümmern sich um die Aufzucht der Jungen. Es kann bis zu zwei Bruten pro Jahr geben.

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Mehlschwalbe


Mehlschwalben sind neben dem Kuckuck unsere Frühlingsboten und gern gesehene Glücksbringer, welche nach einer langen Reise aus dem tropischen Afrika zum Frühlingsanfang bei uns auf der Alm ankommen. Zu erkennen sind sie an dem flinken Flug und ihren leisen zwitschernden Rufen

Mehlschwalben brüten gern gesellig, oft auch in größeren Kolonien. Die Gebäudebrüter nutzen Hauswände, an die sie ihr Nest aus Lehm bauen.
Sie legen 2 bis 6 Eier, die von beiden Eltern ca. 14 Tage bebrütet werden. Die Jungen bleiben zwischen 19 und 23 Tage im Nest und werden nach dem Ausfliegen noch weiter gefüttert. Im Jahr sind zwei Bruten möglich. Sie ernähren sich von Insekten, die sie im Flug erbeuten. Zum Füttern kommen sie häufig mit kleinen Futterportionen zum Nest.

Beobachtungstipp: Mehlschwalbennester bei unserem Nachbarn Erich- gegenüber der Kapelle.