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Ramingsteiner Silberbergbau


Der Abbau von Silbererz nimmt in der Geschichte Ramingsteins einen bedeutenden Platz ein. Es bestand hier ein ausgedehnter Bergbau auf silberhaltigen Bleiglanz, der jahrhundertelang der ganzen Umgebung wirtschaftliche Bedeutung verlieh. Im Lungau erreichte nur der Gold- und Silberbergbau in Schellgaden ähnliche Bedeutung. In Ramingstein wurde nachweislich ab 1443 Silber abgebaut. Privatgewerke betrieben einst die reichen Abbaue und über 300 Jahre lang war Ramingstein eines der wichtigsten mittelalterlichen Bergbaugebiete.

In den Bergbaurevieren südlich und nördlich der Mur befinden sich kilometerlange Stollen, die einst aufgrund der Silbergewinnung in harter Arbeit in den Berg getrieben wurden. Ende des 18. Jahrhunderts mussten die Ramingsteiner Bergwerke, die Waschwerke und Hüttenanlagen aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit eingestellt werden. Die Erzlager waren ausgebeutet und die Bevölkerung verarmte. Die Gebäude verfielen im Lauf der Zeit und ein Waldbrand im Jahr 1841 vernichtete die meisten übriggebliebenen Bergbauanlagen. Einige wenige Ruinen von Knappenhäusern oder Bergschmieden, Abraumhalden und die ausgedehnten Streckennetze untertage zeugen heute noch von den Bergbautätigkeiten.


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Schaubergwerk Altenbergrevier


Mit etwas Abenteuer verbunden ist der Besuch des Silberbergwerkes in Ramingstein. Die Lungauer Stollengruppe, ein gemeinnütziger Verein, der sich der Registrierung und Erhaltung der historischen Bergbaue im Lungau verschrieben hat, hat mit viel Idealismus und unermüdlichem Eifer die alten Stollen kartiert und teilweise wieder begehbar gemacht.

Seit 1990 kann deshalb ein Teil des Stollensystems im Altenbergrevier im Zuge einer Führung besichtigt werden. Das alte Grubengebäude bietet ein mit einer Spur Abenteuer verbundenes Erlebnis für jeden Besucher. Die Führungsstrecke ist ca. 800 Meter lang und wurde seit Ende der Abbauzeit kaum verändert. Fachkundige Besucherbetreuer informieren über die Geologie und Mineralogie Ramingsteins sowie über das Leben und die Arbeit der einstigen Bergknappen.

Hinweis: Das Schaubergwerk ist für Kleinkinder und Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen oder klaustrophobischen Neigungen NICHT geeignet!


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Öffnungszeiten


Führungen sind zwischen 1. Mai und 31. Oktober und nur nach rechtzeitiger Voranmeldung möglich. Die Mindestteilnehmerzahl beläuft sich auf 5 Personen. Dauer der Führung: ca. 1,5 Stunden

Die Temperatur im Berg beträgt ca. +8°C. Warme, strapazierfähige Kleidung sowie festes Schuhwerk (im Idealfall Bergschuhe) sind unbedingt erforderlich. Helme, Schutzjacken und Geleucht werden zur Verfügung gestellt.

Eintrittspreise:  Kinder: € 7,00   Erwachsene: € 11,50

Kontakt:

Fam. Hoffmann

Tel. & Fax: 06474/2296

Mobil: 0676/70 22 369

www.silberbergwerk.net


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Hochofenanlage Kendelbruck


Von den drei erhalten Floßöfen in Österreich (Schmelz bei Judenburg, Fuchsfloßofen bei Hüttenberg und Kendlbruck)  dürfte letztgenannter der Älteste sein, denn 1754 ging das seit einem  Jahrzehnt ruhende Schmelzwerk Kendlbruck in landesfürstlichen Besitz  über und wurde bald darauf neu erbaut.

Die Schmelzanlage besteht aus einem Flossofen  und zwei Feuern in einer Esse. Der 20 Meter hohe Flossofen setzt sich aus dem  Ofenstock und der ca. 7 m hohen Rauchhaube zusammen, die hier eher als Kamin  (mit Öffnung für die Beschickung) zu bezeichnen ist. Im Ofenstock, welcher an  der straßenseitigen Außenmauer des Hüttengebäudes steht, sind das Form- und  Abstichgewölbe ausgespart. Neben dem Flossofen erhebt sich eine ca. 19 m  hohe, kaminartige Esse mit zwei Gewölben, die mit Sicherheit ein Frischfeuer  (für die Stahlerzeugung aus Roheisen) und ein Ausheizfeuer (für die Raffinierung  des Frischherdstahls) enthalten haben. Flossofen und Esse wurden 1972  baulich instandgesetzt.

Die Schmelzanlage Kendlbruck zählt zu den wertvollsten  Denkmälern des alpenländischen Eisenwesens.