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Speik - das Gold der Nockberge


Von Juli bis September ist der herb-würzige Duft des Speiks auf den Rücken und Hängen der Karneralm so intensiv, dass ihn mit etwas Glück jeder Wanderer wahrnehmen kann. Was aber hat es mit dieser so unscheinbaren Pflanze, die gerade einmal fünf bis fünfzehn Zentimeter groß wird, auf sich, dass sogar die ägyptische Königin Cleopatra nach ihr verlangte?

Wenn Euch der Name Speik schon einmal begegnet ist, dann vermutlich in Form der Speik-Seife, deren Bezeichnung sich allerdings mit –ck schreibt. Das kommt daher, dass die weltweit einzige Firma, die Speik-Naturkosmetikprodukte herstellen darf, die Schreibweise gewählt hat, wie sie in alten Kräuterbüchern vorkommt. Aber der Reihe nach: Valeriana celtica, gemeinhin Norischer Baldrian oder schlichtweg Speik genannt, ist eine Heilpflanze, die nur in den Nockbergen und Teilen der Niederen Tauern auf kalkfreien Böden ab einer Höhe von 1.800 Metern vorkommt. Dem Aussehen nach unscheinbar, ist ihr Duft, der bis heute nicht synthetisch hergestellt werden kann, jedoch unschlagbar.


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Begehrt und beliebt seit 2500 Jahren


Die Kunde von der heiltätigen Gebirgspflanze verbreitete sich rasch bis in den Orient und nach Afrika. Speik wurde für Bäder, Parfums und Körperöle verwendet, aber auch zur Linderung zahlreicher Leiden. Die große ägyptische Königin Cleopatra pflegte ihre der Legende nach zarte Haut mit Speik und die Bräute nordafrikanischer Stämme wurden für ihre Hochzeit mit Speiköl gesalbt. Der Handel mit dem Naturprodukt florierte viele Jahrhunderte lang, bis der Naturschutz im Jahre 1936 denselben unterband. Heute ist allein die Firma Speick mit Sitz bei Stuttgart ermächtigt, die Kärntner Speikwurzeln zu verarbeiten.

Mitte August ist es wieder soweit: Die Speik-Ernte beginnt. Nur ausgewählte Bauern sind berechtigt, die wertvollen Wurzeln des Baldriangewächses zu ernten. Und am 8. September ist dann auch schon wieder Schluss. Mit einem Spaten werden die Wurzeln vorsichtig gelockert und anschließend geteilt. Die Teilung sorgt dafür, dass auch im kommenden Jahr wieder eine reiche Ernte wartet.